WELTERBE: Bulguksa-Tempel – ein Meisterwerk der Schönheit und des buddhistischen Glaubens

WORLD HERITAGE: Bulguksa Temple - a masterpiece of beauty and Buddhist belief

Diese alte Tempelanlage ist ein erlesenes Beispiel fernöstlicher religiöser Kunst. Sie hat überdauert: Feuer und Krieg haben ihr nichts anhaben können, und heute steht sie als Verkörperung von Schönheit, Anmut und Gleichmut.


Der Tempel Bulguksa ist das erhabene Herzstück eines religiösen Architekturkomplexes von außergewöhnlicher Bedeutung. Bulguksa wurde im Jahr 774 erbaut und als Meisterwerk fernöstlicher buddhistischer Kunst in die Welterbeliste der Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) aufgenommen. Die Tempelanlage ist nicht nur ein herausragendes Beispiel religiöser Architektur der Region, sondern auch ein materieller Ausdruck buddhistischen Glaubens.


Wie der Name andeutet, wurde Bulguksa als Veranschaulichung des seligen Zustands des Buddha in der gegenwärtigen Welt konzipiert. Es sollte jenes glückselige Land verkörpern, in dem der sterbliche Mensch durch das Befolgen der Lehren Buddhas vom Leid des Lebens befreit wird, oder das Lotosland, wie es im Avatamsaka-Sutra verheißen wird. Diese Verkörperung des Lotoslandes bot die theoretische Grundlage für den Bau des Tempels. Damit war der Zweck der Tempelgestaltung zweifach: Sie sollte den Lehren Buddhas treu sein und zugleich schön.

Unter den vielen Schätzen von Bulguksa besitzt das herausragende Pagodenpaar im Haupthof eine einzigartige und unvergleichliche Geschichte. Die beiden dynamischen und unverwechselbaren Steinpagoden, die etwa 30 Meter voneinander entfernt stehen, haben mehr als zwölf Jahrhunderte überdauert und den Kriegsflammen standgehalten, die alle ursprünglichen Holzbauten des Tempels erfassten und zerstörten. Keine der rund tausend über Korea verstreuten Steinpagoden übertrifft sie an tiefgründiger philosophischer Tiefe und ästhetischem Reiz. Sie bilden ein vollkommenes Paar, denn die fürstliche Würde und Schlichtheit der Seokga-Pagode steigert auf eindrucksvolle Weise die Komplexität der reich verzierten Pagode der Vielen Schätze.


Die Seokga-Pagode wird auch „Pagode ohne Spiegelbild“ genannt und verweist auf die traurige Legende von Asanyeo, der Frau des Baekje-Steinmetzes Asadal, der die Pagode errichtete. Die arme Frau kam nach Gyeongju, um ihren Mann zu sehen, nachdem jahrelang keine Nachricht von ihm gekommen war. Da Außenstehenden der Zutritt zur heiligen Baustätte verwehrt war, wurde ihr gesagt, sie solle an einem Teich nahe dem Tempel warten, bis die vollendete Pagode sich im Wasser spiegeln würde. Sie wartete vergeblich. Kein Spiegelbild erschien, und schließlich stürzte sie sich in den Teich.

* Fotos mit freundlicher Genehmigung der Korea Tourism Organization.